lehrtipps

Werbung

Gratis bloggen bei
myblog.de

Archiv

Wie alles anfing

Alles fing damit an, dass ich in einem e-learning Kurs die bedeutsamen Wort Wiki, Webblog, blended- und e-learning h?rte.

Nach ausgiebigem Ausprobieren und Kennen lernen dieser Begriffe habe ich mich entschlossen, einen Blog anzulegen.

Danach ging es mir darum, ein passendes Thema zu finden. Nach ein wenig Recherche stellte ich fest, dass es zwar Materialien zur Qualit?tsverbesserungen in der Lehre gibt, aber nirgendwo im Internet gibt es ein umfassendes didaktikum dar?ber.

So wird es mein Anliegen sein, jeden Tag einen Lehrtipp in diesem Blog zu ver?ffentlichen.

Warum ich mir das zutraue?

Seit 1994 bin ich in der Lehre t?tig, als Dozent f?r Auszubildende w?hrend meiner Zeit bei einem gro?en Kreditinstitut, gleichzeitig f?r Bildungstr?ger im Bereich der Fachwirtausbildung und w?hrend meiner Dissertation an der TU Berlin im Hochschulbereich. Gleichzeitig baute ich meine Lehrdidaktik ?ber eine Vielzahl von Seminaren aus und probierte diese - mal mehr, mal weniger - erfolgreich in der Lehre aus.

Also: es wird jeden Tag einen neuen Lehrtipp von mir geben.

1 Kommentar 19.2.06 16:24, kommentieren



Fragen aus dem Auditorium

Gute Lehre bezieht stets das Auditorium mit ein. Ein allgemeiner Rat lautet, die Teilnehmer zu Zwischenfragen zu ermuntern.

Man erhofft sich davon eine Aktivierung der Teilnehmer und ein wenig Abwechslung in der Lehre. Andererseits k?nnen Zwischenfragen den Ablauf einer Erkl?rung - also eine in sich geschlossene Darstellung - empfindlich st?ren.

Mehrere M?glichkeiten bieten sich hierf?r als L?sung an:

1. Zeitbl?cke implementieren: Nur in diesen Zeitfenstern d?rfen die Teilnehmer Fragen stellen und werden vom Dozenten auch beantwortet. Die Aufforderung, Fragen zu stellen, wird zus?tzlich durch einen Ortswechsel markiert: Nach einer Informationsphase am Ort 1 wechselt der Dozent an den Ort 2 und fordert von dort aus auf, Fragen zu stellen, die er dann auch beantwortet. Nach Abschluss des Frageblocks kehrt der Dozent wieder an den
Ort 1 zur?ck, nimmt damit wieder die Position des Informanden ein und macht dadurch deutlich, dass jetzt keine Fragen mehr gestellt werden sollen, damit der folgende Informationsblock nicht unterbrochen wird.

2. Fragen verschieben: Wenn sich der Dozent sicher genug f?hlt, seinem roten Faden trotz kurzer Unterbrechung weiterf?hren zu k?nnen, dann sollten Fragen st?ndig zugelassen werden. Fragen, die auf zeitlich intensive Sachzusammenh?nge zielen, k?nnen dann in ein Erkl?rungszeitfenster verschoben werden. Der Dozent weist den Fragenden darauf hin, seine Frage sp?ter noch einmal zu wiederholen und macht mit seinem Vortrag weiter. Der Dozent entscheidet selbstst?ndig, wann der Erkl?rungsblock beginnt und fordert nun das Auditorium nochmals auf, ihre Fragen zu stellen. Meine Erfahrung dazu: die meisten Teilnehmer haben ihre Frage dann als gekl?rt abgehakt, haben aber ein gutes Gef?hl gegen?ber dem Dozenten, weil sie jederzeit Fragen stellen d?rfen.

Keinesfalls - so meine Meinung - sollte der Dozent Fragen aus dem Auditorium verbieten. Oft genug habe ich es erlebt, dass der Dozent die Fragen in die Pause verschoben hatte, um in seiner knapp bemessenen Zeit durch den ganzen Stoff hetzen zu k?nnen. Der Lernerfolg bei den Teilnehmern wird dadurch deutlich geschm?lert.

19.2.06 16:59, kommentieren

Zeigen

Etwas an der Tafel, der Overheadfolie oder der PowerPoint-Pr?sentation zu zeigen, ist ein Standardelement jeder Lehre.

Jedoch gibt es dazu einiges zu beachten:

1. Tafel: Manchmal gibt es einen Zeigestock, mancher hat einen ausziehbaren Kuli, oft jedoch gibt es nichts dergleichen.

Was der Dozent jedenfalls nicht tun sollte: mit der Nase zur Tafel auf etwas zeigen, dass sich vor dem Dozenten, also au?erhalb des Sichtfeldes des Auditorium befindet.

Was auch nicht gut ist: irgendwie in der Luft rumfuchteln und grob in eine Richtung auf der Tafel zeigen, sodass eigentlich nicht erkennbar wird, was genau gezeigt werden soll.

Besser der Dozent steht links davon (aus Sicht des Auditoriums) und zeigt mit der linken Hand auf die Tafel - also die Nase zum Auditorium. Das kostet etwas ?bung, weil es ungew?hnt ist und zudem kann man schnell danebenzeigen, weil man nicht sieht, wohin man zeigt. F?r Profis: man zeigt nicht die ge?ffnete Hand dem Auditorium, sondern den Handr?cken - ist wohl aber Ansichtssache.

2. Oberheadfolie: Meistens kommt man mit einem Zeigestock nicht in die entsprechende H?he der Projektion an der Wand. Also bleibt nur die M?glichkeit, direkt auf der Folie - etwa mit dem Schreibstift - zu zeigen, so dass der Zeiger mitprojiziert wird.

Was man jedenfalls nicht tun sollte: irgendwo in der Luft zwischen Projektion und Projektor herumfuchteln, um den Schatten des Zeigers an die Wand zu werfen in der Hoffnung, dass man das zu Zeigende trifft.

Besser ist es, einen Stift als Zeiger zu benutzen und ihn auf die Folie zu legen und ihn solange dort zu belassen, wie man vom entsprechenden Punkt spricht. Dies bietet sich insbesondere bei einer Gliederungsbesprechung perfekt an, kann aber aucfh bei der Abarbeitung einer Argumentenliste oder anderer Aufz?hlungen benutzt werden. Wichtig dabei ist, dass man nicht mit der Folie spricht, sondern sich davon etwas entfernt, um sich dem Auditorium zuwenden zu k?nnen.

Eine weitere M?glichkeit ist es, mit einem Laserpointer an der Wand zu zeigen. So kann man aus der Sicht des Auditoriums den Blick sehr gut lenken und betrachtet mit dem Auditorium gemeinsam das Bild an der Wand und erl?utert dort, wohin sie alle schauen. Das wirkt lebendiger, ist einpr?gsamer, gibt Raum f?r k?rperliche Aktion und f?rdert damit die Aufmerksamkeit.

Dem Argument, dass man dann aber dem Auditorium den R?cken zuwendet, kann man getrost entgegensehen, denn alle schauen ohnehin zur Wand und folgen dem Laserpointer. Die Vorteile ?berwiegen meiner Meinung nach ganz klar die Nachteile. Au?erdem kann der Dozent etwas seitlich stehen, sodass dem Auditorium nicht wirklich der R?cken zugewandt sein muss.

3. PowerPoint-Pr?sentation: Hier gilt das Gleiche wie f?r die Overheadfolie mit der Einschr?nkung, dass kein Stift auf den Projektor gelegt werden kann. Es bleibt also nur die M?glichkeit eines Laserpointers.

Selbstverst?ndlich muss man mit dem Laserpointer ein wenig ?ben, sodass die Hand nicht zu zittrig ist. Dies l?sst sich ganz gut unter Kontrolle bringen, wenn man einen Laserpointer nimmt, der ein bisschen schwerer ist und per Daumendruck aktiviert wird. Wer seine Hand nicht unter Kontrolle bringen kann, der bringt seinen angewinkelten Arm dicht an seine H?fte und gibt mit seinem ganzen K?rper zus?tzliche Ruhe in das Bild - man "schie?t praktisch aus der H?fte" - mal ausprobieren .

19.2.06 19:02, kommentieren

zu viel Stoff

Muss der Teilnehmer einer Aus- oder Fortbildung wirklich so viel Stoff wissen?

Wenn ich mir die Rahmenlehrpl?ne anschaue: Ja und nochmals ja. Muss man als Dozent also *alles* bringen - und deshalb durch den Stoff hetzen? F?r den Dozenten ist die Antwort einfach: alles gebracht! - Auditorium: nichts verstanden!

Hetzen forciert das Eich?rnchen-Syndrom:
schon lange kommt es nicht mehr mit, aber es sammelt alles - f?r sp?ter, wenn es einmal Zeit zum Lernen und Verstehen haben wird.

Wer Eichh?rnchen in seinem Unterricht ortet, sollte an das Ziel denken: das Auditorium soll einen bestimmten Stoff lernen, die Zusammenh?nge verstehen, ihn einordnen und mit ihm umgehen k?nnen - die Abschlusspr?fung bestehen!

Das kann auf verschiedene Weise erreicht werden, der Pr?senzunterricht ist eine M?glichkeit, Zu-hause-lernen eine andere. Jede Weise hat bestimmte St?rken, die Pr?senzlehre z.B. die der sukzessiven Gedankenentwicklung, insbesondere wenn man mit Skizzen an der Tafel Prinzipien und Konzepte entwickelt. Anderes ist einfach zu b?ffeln. Das kann man besser (!) zu Hause tun.

Daraus folgt f?r die Lehre: einiges aus dem Stoff auslagern in die Hausarbeit, jedoch mit dem klaren Hinweis: Dies geh?rt zum Stoff.

Ich verspreche mir davon, dass die Teilnehmer vom eichh?rnchenartigen Sammeln wegkommen und wirklich mitdenken.

Das Material, das man f?r die Hausarbeit mitgibt, muss man allerdings exzellent aufbereiten. Der Hinweis auf mehrere Kapitel im Buch ist meist nicht zielf?hrend, weil die deutschen Lehrb?cher noch immer nicht so geschrieben sind, dass jeder sie versteht - es bedarf stets erg?nzender Kommentare.

2 Kommentare 20.2.06 08:01, kommentieren

von links nach rechts

?blicherweise lesen und schreiben wir hier in Europa von links nach rechts und sehen darin eine *nat?rliche* Richtung, die so auch zeitlich interpretiert wird. Wenn Dozenten Abl?ufe darstellen, sollten sie darauf R?cksicht nehmen.

Bei graphischen Darstellungen, z.B. im Gantt-Diagramm, an der Tafel oder der PowerPoint-Pr?sentation ist einem das meist unbewusst klar: von links nach rechts.

So findet man es auch im Lehrbuch und im Skript vor. Bei Gesten, mit denen man zum Beispiel einen Ablauf unterstreicht, ist zu bedenken, dass man sie von rechts nach links - also gerade umgekehrt - ausf?hren sollte, wenn man zum Publikum hingewendet ist. Das erfordert ein wenig ?bung, wenn es *nat?rlich* aussehen soll.

Wer eine PowerPoint-Pr?sentation h?lt oder an einer Metaplanwand etwas erkl?rt, steht - vom Auditorium gesehen - links der Wand und zeigt mit der linken Hand/Arm zur Wand, also dem Auditorium zugewandt. Dies unterst?tzt die f?r uns normale Leserichtung.

Das setzt voraus, dass die Overheadfolie oder PowerPoint-Projektion nicht allzu hoch an die Wand geworfen wird, andernfalls hilft ein Zeigestock oder man muss sich so stellen, dass man gemeinsam mit dem Auditorium die Wand erkl?rend betrachten kann und dann mit einem Laserpointer arbeitet.

Stellen Sie Ihren Laptop also so auf, dass Sie - w?hrend Sie links stehen - einen guten Blick auf den Laptop haben. Dann kommen Sie nicht in Versuchung, sich st?ndig zur Wand drehen zu wollen.

Achten Sie einmal drauf: auf der Theaterb?hne kommen die guten Figuren aus der Sicht der Zuschauer immer von links, die B?sewichter von rechts auf die B?hne. Das gibt doch ganz neue Aspekte f?r die Er?ffnung des Unterrichts.

1 Kommentar 20.2.06 09:24, kommentieren