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Zeitmanagement in der Lehre

Diverse Bücher schlagen für das persönliche Zeitmanagement Wochen- und Tagespläne für das Lernpensum vor. Darin würden die zu erledigenden Aufgaben nach Prioritäten eingetragen werden.

Die grundlegenden Ideen für das Zeitmenagement lassen sich aber auch für die Vorbereitung von Lehreinheiten nutzen, denn auch hier ist ein effizientes Zeitmanagament sehr wichtig: Die Sieben Gebote des guten Zeitmanagements sind:


A. Finden Sie einen Ort, an dem Sie ungestört arbeiten können

Haben Sie die Möglichkeit, sich in Ihrem Büro so zurückzuziehen, sodass Sie keiner mehr stören kann: Studenten, Sekretärin, Kollegen oder der Professor?

Oft genug sehe ich abends nach 18:00 Uhr diverse Lichter in den Büros leuchten und denke bei mir, dass jetzt erst richtig Arbeit geschafft wird.

Richten Sie sich ihren Arbeitsplatz für die Erstellung einer Lehreinheit jetzt gut ein. Entfernen Sie alles vom Schreibtisch bis auf die Dinge, die Sie benötigen: Den Locher und den Posteingangskorb können Sie sicher für kurze Zeit ins Regal hinter sich oder unter den Schreibtisch legen.

An Platz sollten Sie einplanen: drei aufgeschlagene Bücher (der Rest an Büchern liegt neben Ihnen auf dem Fußboden), die PC-Tastatur, ein Stapel für die Notizen aus Büchern und Artikeln, genügend Platz zum Lesen eines Artikels (2 Din-A4-Seiten) und den Platz für die Tasse Tee samt Gebäck/M&M Crispys.


B. Belohnen Sie sich selbst, wenn Sie eine Aufgabe bewältigt haben

Wenn Sie Planung der Lehreinheiten beginnen, dann setzen Sie sich Etappenziele: Lehreinheit in der Rohfassung fertig – Mittagessen gehen; Lehreinheit ganz fertig – Stück Kuchen holen.

Lässt die Konzentration nach oder schweifen die Gedanken ab, so erinnern Sie sich an die Belohnung und schon erhalten Sie wieder frische Kraft.

Aber: die Belohnung eines Kaffees ist spätestens beim dritten Mal kein Anreiz mehr, sich zu motivieren.

Also: eine kleine Verabredung mit dem Nachbarlehrstuhl auf einen Kaffee unten beim Kaffeestand.


C. Gehen Sie Ihre Aufgaben der Reihe nach an, und erledigen Sie die wichtigsten Dinge zuerst

Beenden Sie jede Aufgabe, bevor Sie sich der nächsten zuwenden. Es macht keinen Sinn, mehrere Artikel gleichzeitig zu beginnen nur weil der erste langweilig war und die Konzentration schmälerte.

Um die wichtigsten Dinge zuerst erledigen zu können, benötigen Sie eine Prioritätenliste.

So gibt folgende Prioritätenliste durchaus Sinn:

1. In das Lehrthema einlesen anhand des Standard-Lehrbuches;

2. Internet-Recherche nach bereits geschriebenen Lehreinheiten betreiben (das Rad muss ja nicht ständig neu erfunden werden);

3. Mittels MindMapping oder Brainstorming die Gedanken zur Lehreinheit ordnen und visualisieren (die W-Fragen stellen);

4. konkrete Sekundärliteratur recherchieren und Kopien anfertigen;

5. nach ca. fünf gefundenen Artikeln mit dem Lesen und Notieren der Key-Words beginnen – dabei stets die MindMap ergänzen;

6. weitere Literaturrecherche und Lesen der gefundenen Artikel;

7. Lehreinheit schreiben und Korrektur lesen.


D. Machen Sie regelmäßig Zwischenbilanzen

Zeitpläne und ausgearbeitete Strategien sind eine schöne Sache, aber kontrollieren Sie die Erfolge und Misserfolge. Passen Sie den Zeitplan und die Strategie daran an. Das motiviert Sie und Sie erhalten das Gefühl, voranzukommen.


E. Schreiben Sie alles auf

Es gibt ein chinesisches Sprichwort (sinngemäß: „Der schwächste Bleistiftstrich ist dem klarsten Gedächtnis überlegen.“

Wenn Sie Ideen haben, notieren Sie diese auf einem Extra-Blatt oder integrieren Sie sie in Ihre MindMap. Streichen Sie sie aus, wenn sie sich als unsinnig herausgestellt oder erledigt hat.


F. Schätzen Sie die Komplexität einer Lehreinheit richtig ein, wenn Sie den Zeitaufwand dafür planen

Wenn Sie versuchen, zuviel Arbeit in die vorhandene Zeit zu stopfen, wird das nicht Ihre persönliche Effizienz steigern, sondern Ihren Frust.

Eine gute Lehreinheit von 90 Minuten kostet sicher in der Vorbereitung 5h.

Grundsätzlich im Thema drin sind Sie sicher, sonst würden Sie nicht am Lehrstuhl arbeiten.

Aber die konkreten Inhalte sind vorher gut zu recherchieren und zu strukturieren, didaktisch aufzuarbeiten (Definition, Erklärung, Beispiel, Übungsaufgabe) und mit entsprechenden Medien zu versehen (Powerpoint, Skript, Aufgabenblätter, Folie etc.).

Das Komplettieren der Arbeit (Korrekturen, Stil, äußere Form) kostet ebenfalls einige Zeit. Lassen Sie dann die Lehreinheit nochmals einen Tag liegen und lesen Sie sie ein letztes Mal Korrektur – Sie werden überrascht sein, wie viele Fehler Sie noch finden werden.


G. Achten Sie auf Ihre körperliche Verfassung

Versetzen Sie Ihren Körper bei der Lehre und deren Vorbereitung nicht in den Ausnahmezustand. Lehre ist eine Fleißarbeit, die Sie sich selbst zeitlich einteilen können – für eine Klausur lernen zu müssen haben wir glücklicherweise hinter uns gebracht.




5.11.06 08:48, kommentieren