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Präsentationen

Foliengestaltung I

PowerPoint gibt es automatisch vor, bei Folien sollte der Dozent darauf achten: Verwenden Sie die DINA4-Folien vorzugsweise im Querformat.

Worte: Seien Sie sparsam, ja richtig knausrig mit den Worten! Je weniger und konzentrierter Sie visuell anbieten, umso besser wird es behalten. - Gegen ?berladene Folien entwickeln die Lernenden einen beachtlichen *Lesewiderstand*: sie fangen erst gar nicht an, sie zu lesen.
Wenn Sie die Folien auf dem PC fertig haben, nehmen Sie nochmals 30% weg bzw. erstellen daraus weitere Folien. Rechnen Sie mit 2-3 Minuten Sprechzeit pro Folie. So sollten Sie f?r eine 90-Minuten-Veranstaltung nicht mehr als 40 inhaltliche Folien haben (+Strukturfolien wie Gliederungsfolien). Alles dar?ber hinaus artet im *Folienterror* aus.

Rand: Ein eigener Rand (Rahmen) auf der Folie ist nicht erforderlich, denn die Hell-Dunkel-Grenze des Projektionsfeldes auf der Wand ist Rahmen genug. Im Gegenteil: Sie verschenken nutzbare Fl?che.

Logozeile: Eine Logozeile ist nur notwendig, wenn Sie auf sich selbst aufmerksam machen m?ssen. Es zeugt jedoch von einem gewissen Selbstbewusstsein, wenn Sie Ihren Namen nicht auf jede Folie schreiben. Entlasten Sie die Gehirne der Lernenden von allen ?berfl?ssigen Leseaufgaben.

Farben: Seien Sie sparsam mit den Farben! Benutzen Sie zur Strukturierung der Folien f?r ?berschriften verschiedene Gr??en, aber nicht verschiedene Farben. Suchen Sie sich 2 Grundfarben aus mit denen Sie immer wieder arbeiten - ich empfehle zwei Pastellfarben (helles Blau und helles Ocker), die sich in etwa komplement?r gegen?berstehen. Damit haben Sie einen gewissen Wiedererkennungswert bei Ihrem Auditorium - Sie k?nnen dann auch getrost auf die Logozeile verzichten. Achten Sie hingegen beim Beamer darauf, dass er die Farben auch darstellt und es nicht auf einmal Fehlfarben werden. Ein blasses Gr?n oder Grau verschwinden bei einem Beamer auf Nimmerwiedersehen.

22.2.06 08:50, kommentieren

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Präsentationsziele

Dies klingt im ersten Moment f?r mich trivial. Mein Ziel ist es, dass mein Auditorium durch seine Pr?fung kommt - ganz klar. Soviel zur offiziellen Agenda.

Daneben gibt es die hidden agenda. Dieses k?nnte vielleicht sein, als Vortragender zu einer renommierten Veranstaltung eingeladen zu werden, einem Fachkollegen eins auswischen zu wollen, ein Stellenangebot von au?erhalb der Organisation zu erhalten, bei den n?chsten Gehaltsverhandlungen mit kompetenter Lehre eine Erh?hung herausschlagen. Aus diesen versteckten Zielen kann ein Dozent seine Motivation ziehen.

Welchen Eindruck will ich aber bei meinem Auditorium hinterlassen? Welche Konsequenzen hat dies f?r meine Pr?sentationsvorbereitung?

kompetent: eine saubere Vorstellung der eigenen Person, in der einschl?gige Erfahrungen genannt werden; exakte Daten zitieren bzw. verf?gbar machen; Verst?ndnisfragen ausdr?cklich jederzeit zulassen; komplexe Zusammenh?nge mittels Spontanmedien wie der Tafel oder dem Whiteboard/Flipchart skizzieren,

gr?ndlich: Sitzordnung mit Namensschildern oder nach einem sichtbaren Konzept,

gut organisiert: Reservefolien in zweiter Schachtel aufbewahren; alle Medien voll einsatzbereit machen und einen st?rungsfreien Wechsel gew?hrleisten - also B?hne bauen; wenige Punkte ansprechen, diese aber vollst?ndig abhandeln,

dynamisch: Thema im ersten Satz ansprechen; verst?rkt Fragen und Aufforderungen einsetzen, weniger Behauptungen; Ideen, Fragen und Anregungen aufgreifen und festhalten, aber nicht ablenken lassen; verschiedene Medien einsetzen, aber keine selbst bewegten wie Filme oder Animationen; Skizzen an der Tafel, Flipchart oder Whiteboard mit gro?en, dicken Strichen entwerfen,

glaubw?rdig: Informationsdichte reduzieren; Eindruck der Transparenz verst?rken, indem zwischendurch zusammengefasst wird; geplanten Inhalt bekanntgeben und demonstrativ abhaken; exakte Daten und genaue Quellenangaben; Tatsachen und Interpretationen s?uberlich voneinander trennen.

Wenn sich der Dozent f?r bestenfalls zwei Eigenschaften entschieden hat, so gibt er sich selbst damit Anhaltspunkte, wie seine Pr?sentation auszusehen hat. Gleichzeitig hilft es, seine Methodenkompetenz an genau diesen Stellen weiter auszubauen, um seine pers?nlichen Ziele besser erreichen zu k?nnen.

21.2.06 17:31, kommentieren

5-Satz-Technik

Eine Pr?sentation besteht immer aus einem Anfang, einem Hauptteil und einem Schluss - keine ?berraschung. Den Hauptteil sollte der Dozent nochmals unterteilen - am besten eine Dreiteilung. So entsteht zusammen mit Anfang und Schluss ein 5-Satz.

M?gliche Beispiele:

Einleitung - Tatsache - Ursache - Folgerung - Schluss
... - Istzustand - Ziel - Weg - ...
... - Chancen - Risiken - Pl?ne - ...
... - Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft - ...
... - Problem - Vision - Appell - ...

Selbstverst?ndlich geht auch ein 7-Satz... Jedoch sollte sich der Dozent immer fragen, warum er diese Einteilung gew?hlt hat und keine andere. Wer darauf eine Antwort f?r sich selbst gefunden hat, der wird auch das Publikum davon ?berzeugen k?nnen.

So findet sich in den Wirtschaftswissenschaften immer wieder in Etwa der gleiche Aufbau: Einleitung - Sachdarstellung - Probleme (Diskussion) - L?sungsm?glichkeiten (Diskussion) - Ausblick (Fazit).

Ideal w?re nun, wenn die Dreiteilung des Hauptteils jeweils symmetrisch weiter aufgeteilt werden kann. Wenn der Dozent also in seiner Sachdarstellung 3 Unterpunkte als ?berschriften nennt, dann sollte auch die Problemdiskussion 3 Unterpunkte gro? sein und die Diskussion der L?sungsm?glichkeiten ebenfalls. Solch ein symmetrisches Inhaltsverzeichnis sieht dann nicht nur schick aus, sondern wirkt auch au?erordentlich strukturiert durchdacht - *es macht was her*!

1 Kommentar 21.2.06 15:39, kommentieren

Schriftgrößen

Wenn ein Dozent im Voraus nicht wei?, in welchem Seminarraum er lehren wird, dann wird das Thema Schriftgr??e f?r ihn umso wichtiger.

W?hrend ein Beamer relativ leicht an die entsprechende Stelle im Raum verbracht werden kann, gelingt dies mit einem Overheadprojektor schon nicht mehr so gut und die Tafel ist ?blicherweise unverr?ckbar.

Wie gro? also schreiben?

1. Tafel: Die Regel lautet hier, dass die Schriftgr??e 5 Promille der maximalen Entfernung betragen sollte. Beispiel: gr??te Entfernung zur Tafel = 10 m; 5 Promille davon = 5 x 10 = 50 mm; ein "h" m?ssen Sie in diesem Saal also 5 cm gro? schreiben. Wie gro? z.B. 5 cm auf der Tafel sind, merken Sie sich am besten an den Rasterk?stchen auf der Tafel - wenn welche drauf sind. Andernfalls tut es meiner Meinung nach auch das Augenma?. Ich habe mal meinen Zeigefinger vermessen: 5 cm sind mein halber Zeigefinger - von der Kuppe bis zum 2. Gelenk; na, das hilft doch schon mal.

2. Folie: Da hier schon die Projektion in der Gr??e variierbar ist, kann die Schrift immer gleich gro? sein. Die Regel lautet hier: Handschrift 7 mm; Computerschrift 7 mm, bei gut lesbarer Schrift auch noch 5 mm. Ich habe meinen Daumennagel vermessen und festgestellt, dass er genau 1,4 cm gro? ist - also Daumen anlegen und etwa die H?lfte. Nicht vergessen, die Einheitsschrift zu verwenden und nicht die eigene Handschrift - au?er Sie haben eine saubere Handschrift, was ich aber bei den wenigsten Dozenten bisher gesehen habe.

DINA4-Vorlagen in normaler Schrift 1:1 auf Folie kopieren - das geht also nicht, auch wenn das noch so viele machen. 7 mm Schriftgr??e entspricht je nach Schriftart einer unterschiedlichen Punktangabe. Ich empfehle f?r Folien wie f?r PowerPoint eine Schriftgr??e von 24 Pkt (Arial) - das ist etwas weniger als 7 mm - reicht aber v?llig aus, weil es eine klar lesbare Schrift ist.

Ein Tipp am Rande: im Handout oder dem Skript liest sich eine Schrift mit Serifen besser (Times New Roman), auf der Folie oder PowerPoint ist eine Schrift ohne Serifen (Arial) angenehmer f?rs Auge.

21.2.06 10:39, kommentieren

Größe des Projektionsfeldes

...oder: Wie weit von der Wand muss ich einen Overheadprojektor oder den Beamer aufstellen? Die geeignetere Frage dazu lautet: Wie gro? muss das Projektionsfeld sein?

Antwort: Die Kantenlaenge a soll 1/5 der gr??ten Entfernung E sein, aus der betrachtet wird. Die "Kantenl?nge" ist - wegen der trapezf?rmigen Verzerrung - waagrecht in der Mitte des Projektionsfeldes zu messen. Zu jedem Raum geh?rt also eine (richtige) Gr??e des Projektionsfeldes.

Beispiel: Gr??te Betrachterentfernung in einem H?rsaal sei E=10 m; Kantenl?nge ist a=2,0 m; Sie brauchen auf der Wand also ein Feld von ca 2,0 x 2,0 m f?r die Projektion.

Dazu Folie auflegen bzw. PowerPoint starten, scharfstellen, Kantenl?nge messen; wenn?s nicht stimmt, Projektor/Beamer verschieben, wieder scharfstellen usw.

Diese Regel h?ngt mit dem Sichtwinkel zusammen, den wir
Menschen auf einen Blick erfassen k?nnen. Wenn das Projektionsfeld gr??er gemacht wird, dauert die Zeit zum Erfassen des Bildes l?nger, weil wir den Kopf bewegen m?ssen.

1 Kommentar 20.2.06 21:22, kommentieren