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Rhetorik

Vorne stehen

Neulich sitze ich als Teilnehmer in einem Seminar zum e-learning und da soll es sicher ganz besonders auf den Inhalt ankommen. Aber:

Ich möchte einen Dozenten dort stehen haben, der nicht nur etwas im Kopf hat, sondern mich auch gleichzeitig persönlich anspricht.

Hände in den Hosentaschen und sie dort auch nicht herauszubekommen, macht auf mich den Eindruck, dass der Dozent unsicher sei. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass automatisch in solcher Position die Schultern nach vorn/unten gezogen werden.

Beim Zeigen an der Wand eine Hand in der Hosentasche zu belassen, macht auf mich den Eindruck, dass er mit seiner Hand nichts anzufangen wisse.

In solchen Situationen kann man als Dozent gut lernen, beide Hände für die Gestik zu benutzen. Das geht sicher nicht von allein, aber man kann sich bemühen, selbstständig daran zu denken und mit der Zeit wird es dann immer leichter. Es geht aber auch, indem man sich einen farbigen kleinen Zettel auf seinen Tisch legt, wo das Wort "Hände" draufsteht. Spätestens jetzt denkt man wieder an seine Gestik.

Was ich als Teilnehmer auch nicht so gerne bei einem Dozenten sehen mag, ist, dass er an seiner Zeigewand herumhüpft wie ein Kaspar. Um auch auf der oberen Wandhälfte etwas zu zeigen, sprang der Dozent nach oben - sehen konnte ich trotzdem nicht, was er zeigen wollte.

Es bietet sich hier ein Zeigestock an, der eigentlich in jeden Seminarraum hineingehört. Wenn das nicht der Fall sein sollte, kann man sich mit einem eigenen - ausziehbaren - Zeigestock behelfen.

Ich persönlich stehe dem Laserpointer nicht so skeptisch gegenüber, wie manch andere. Wenn ich mir genug Zeit mit dem Laserpointer lasse, also längere Zeit das zu Zeigende markiere und zudem nicht so eine zittrige Hand habe, bietet sich der Laserpointer auch aus größerer Entfernung an. Um den Laserpointer nicht so zittrig wirken zu lassen, kann man auf zweierlei Art vorgehen. Entweder man hat einen Laserpoint, der etwas schwerer ist und deshalb allein durch seine Masse das Zittern der Hand ausgleicht. Oder man führt den Arm ganz dicht an den eigenen Körper und stützt damit seine Hand - man schießt praktisch aus der Hüfte.

14.3.06 10:39, kommentieren

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Entwickeln

Ein wesentlicher Vorteil des pers?nlichen Vortrages ist der, dass man gedankliche Entwicklungen wirklich *ent-wickeln* kann, vor allem, wenn man sie durch entsprechende bildliche Darstellungen unterst?tzt. Ein Buch kann meist nur das fertige Endbild zeigen; nur selten ist es ihm m?glich, den schrittweisen Aufbau eines Diagramms, eines Bildes oder einer Struktur aufzuzeigen.

Hierin liegt ein gro?er Wert des Vortrags. Man verspielt ihn, wenn man einfach eine fertige Folie auflegt oder die PowerPoint-Pr?sentation durchklickt.

Ich empfehle in solchen Momenten stattdessen die gute alte Tafel, es geht aber auch auf dem Overheadprojektor - schlecht geht es mit PowerPoint.

Also: PowerPoint *schwarz* machen und die leere Folie auflegen bzw. die Tafel/Whiteboard benutzen. Das hat nicht nur den Vorteil des *Entwickelns* der Gedanken, sondern unterst?tzt eine aktive Lehre durch einen Medienwechsel.

Von der leeren Fl?che bis zum fertigen Endbild w?chst das Bild sukzessive mit den Erkl?rungen - visuelle und auditive Information verst?rken sich. Die Abfolge bleibt in den K?pfen der Lernenden eingraviert und kann sp?ter, z.B. bei einer Wiederholung, ganz leicht durch eine fertige (!) Folie wieder abgerufen werden. Wer zudem ?fter in etwa die gleichen Diagramme anzeichnet, kann ein gewisses Muster immer wieder abarbeiten, sodass sich bei den Lernenden eine Redundanz einstellt, wie beim Diagramm stets auf die gleiche Art und Weise begonnen wird und welche Schritte daraufhin folgen.

Die Lernenden wissen dann viel mehr als das Endbild zeigt - sie wissen um die Zusammenh?nge. Also schadet es nichts, wenn nach dem *entwickeln* die fertige Folie verteilt wird bzw. sie in PowerPoint vorliegt.

Wenn man mit der leeren Fl?che anf?ngt, kann man eigentlich auch nichts vergessen, denn man muss ja die Elemente aufzeichnen und die Begriffe notieren, ?ber die man spricht.

Aus meiner Erfahrung wei? ich zudem: was ich selbst nicht schaffe an der Tafel zu entwickeln, brauche ich in der Klausur nicht abzufragen, weil es den Lernenden erst recht nicht unter Zeit- und Erfolgsdruck gelingen wird.

PowerPoint bietet diese Funktion, jedoch ist es sehr m?hsam, dieses zu *programmieren*. Da m?ssen Sie sich f?r alle Elemente Ihrer Grafik eine Reihenfolge ?berlegen und diese dann *per Klick* erscheinen lassen. Dies braucht in der Vorbereitung der Pr?sentation sehr viel Zeit. Da bin ich schneller an der Tafel.

Wer jetzt ruft: "Aber ich habe doch so wenig Zeit!", sei an den blog "Zu viel Stoff" erinnert.

1 Kommentar 20.2.06 20:58, kommentieren