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Präsenzlehre

Anschreiben

Beim Lesen kann ich das Tempo steuern, ich kann eine Passage mehrmals lesen, wenn ich sie nicht verstehe. Ich kann auch zur?ckbl?ttern, wenn ich eine Information nicht mehr parat habe. Die Schrift ist im Gegensatz zum gesprochenen Wort ein dauerhafter Ersatzspeicher f?r das Gehirn.

W?hrend der Dozent also erkl?rt, hat er nichtfl?chtige Ersatzspeicher hinter sich an die Wand geworfen und hoffentlich auch entsprechend an die Lernenden ausgeteilt. Alternativ k?nnen die Lernenden nat?rlich auch alles abschreiben.

Jeder, der schon einmal einen Folienterror oder eine PowerPoint-Pr?sentation mitgemacht hat, wei?, wovon ich rede: wieviel muss der Dozent anschreiben, ob nun auf die Folie, die Tafel, das Whiteboard oder ins PowerPoint.

Einige hilfreiche Regeln:
- Erfassbarkeit: nur soviel anschreiben, wie die Lernenden auf einen Blick erfassen k?nnen, also gro?e Schrift in PowerPoint w?hlen (24 Pkt) bzw. gro? an die Tafel oder die Folie schreiben,
- kurze S?tze: nur Stichworte und kurze S?tze, auf keinen Fall lange Definitionen und wenn dies unvermeidbar sein sollte (z.B. in den Rechtswissenschaften oder weil die Definition unabdingbar ist), den Bandwurmsatz aufteilen, insbesondere die verschachtelten Nebens?tze lassen sich sehr sch?n wieder auseinanderziehen und zu kleinen Haupts?tzen oder Aufz?hlungen neu zusammenstellen,
- Einheitsschrift: nicht in der eigenen Handschrift schreiben, sondern sich die Einheitsschrift angew?hnen, die praktisch wie computergeschrieben aussieht - also keine Schreibschrift,
- Schwarz: die Farbwahl beschr?nkt sich auf schwarz oder dunkles Blau; ein gr?n ist schwer bis gar nicht lesbar, ein rot zu aggressiv und sollte nur f?r besondere Zwecke verwendet werden; wenn Sie also nicht wissen, welche Farbe: schwarz oder blau.

Insbesondere PowerPoint bietet eine Vielzahl von Farben an. Verzichten Sie auf die vorgefertigten Layouts bzw. nutzen Sie stets ein Layout, das einen hellen Hintergrund mit dunkler Schrift (schwarz/blau) anbietet - evtl. die Farben manuell ?ndern.

2 Kommentare 20.2.06 17:55, kommentieren

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Fragen aus dem Auditorium

Gute Lehre bezieht stets das Auditorium mit ein. Ein allgemeiner Rat lautet, die Teilnehmer zu Zwischenfragen zu ermuntern.

Man erhofft sich davon eine Aktivierung der Teilnehmer und ein wenig Abwechslung in der Lehre. Andererseits k?nnen Zwischenfragen den Ablauf einer Erkl?rung - also eine in sich geschlossene Darstellung - empfindlich st?ren.

Mehrere M?glichkeiten bieten sich hierf?r als L?sung an:

1. Zeitbl?cke implementieren: Nur in diesen Zeitfenstern d?rfen die Teilnehmer Fragen stellen und werden vom Dozenten auch beantwortet. Die Aufforderung, Fragen zu stellen, wird zus?tzlich durch einen Ortswechsel markiert: Nach einer Informationsphase am Ort 1 wechselt der Dozent an den Ort 2 und fordert von dort aus auf, Fragen zu stellen, die er dann auch beantwortet. Nach Abschluss des Frageblocks kehrt der Dozent wieder an den
Ort 1 zur?ck, nimmt damit wieder die Position des Informanden ein und macht dadurch deutlich, dass jetzt keine Fragen mehr gestellt werden sollen, damit der folgende Informationsblock nicht unterbrochen wird.

2. Fragen verschieben: Wenn sich der Dozent sicher genug f?hlt, seinem roten Faden trotz kurzer Unterbrechung weiterf?hren zu k?nnen, dann sollten Fragen st?ndig zugelassen werden. Fragen, die auf zeitlich intensive Sachzusammenh?nge zielen, k?nnen dann in ein Erkl?rungszeitfenster verschoben werden. Der Dozent weist den Fragenden darauf hin, seine Frage sp?ter noch einmal zu wiederholen und macht mit seinem Vortrag weiter. Der Dozent entscheidet selbstst?ndig, wann der Erkl?rungsblock beginnt und fordert nun das Auditorium nochmals auf, ihre Fragen zu stellen. Meine Erfahrung dazu: die meisten Teilnehmer haben ihre Frage dann als gekl?rt abgehakt, haben aber ein gutes Gef?hl gegen?ber dem Dozenten, weil sie jederzeit Fragen stellen d?rfen.

Keinesfalls - so meine Meinung - sollte der Dozent Fragen aus dem Auditorium verbieten. Oft genug habe ich es erlebt, dass der Dozent die Fragen in die Pause verschoben hatte, um in seiner knapp bemessenen Zeit durch den ganzen Stoff hetzen zu k?nnen. Der Lernerfolg bei den Teilnehmern wird dadurch deutlich geschm?lert.

19.2.06 16:59, kommentieren