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Lehr- und Sozialformen

Gruppenpuzzle

Das Gruppenpuzzle ist eine sehr zeitaufwändige, dafür aber auch eine sehr aktivierende Lehrform. Gerade im Bereich der Hochschullehre wird damit das Selbstvertrauen der Studenten gestärkt und es ist eine willkommene Abwechslung zum erlebten Frontalunterricht in den meisten Vorlesungen und der Erwachsenenbildung.

Das Gruppenpuzzle ist in 5 Phasen eingeteilt:

  1. Vorbereitung des Lernmaterials: Der Dozent gliedert vorher den Stoff in z.B. vier Gebiete – so ergeben sich 4x4 Gruppen, also für 16 Lernende, oder 5x5=25 Lernende. Es muss sich die Wurzel bilden lassen.
  2. Themenbearbeitung: Es werden z.B. 4 Gruppen gebildet, jede Gruppe erhält das entsprechende Lernmaterial und die Lernenden bearbeiten nun ihren Teil des Unterrichts. Das ist in der Regel 1/4 oder 1/5 des gesamten Themengebietes. Kleine Fragen und Tests zur Selbstkontrolle zeigen ihnen, ob sie das Thema beherrschen; nach einem Selbststudium folgt die Expertenrunde.
  3. Expertengruppe: Die Lernenden mit demselben Thema treffen sich in einer Expertenrunde und besprechen es dort, indem sie sich gegen­seitig offene Fragen beantworten und zusätzliche Lernkontrollfragen lösen.
  4. Didaktische Vorbereitung: Die Expertengruppe überlegt sich nun, wie sie als Einzelperson in der späteren gemischten Gruppe den Lehrstoff präsentieren möchte. Neben einigen schriftlichen Details bieten sich  Visualisierungen und Wiederholungsfragen an. Da die gemischten Gruppen am Tisch verbleiben, sind als Medien lediglich Papier und Stift ratsam.
  5. Gemischte Gruppen: Aus jeder Expertengruppe verbleibt einer am Tisch, die anderen gehen zu den anderen Gruppen, sodass in jeder neuen – gemischten – Gruppe ein Experte aus jeder Expertengruppe sitzt. Reihum unterrichtet nun jeder sein Expertenthema.
 

Das Gruppenpuzzle hat mehrere Vorteile:

  • Mehr Selbstvertrauen der Lernenden: Es fördert insbesondere gebietsspezifisches Selbstvertauen, jedoch nicht so sehr allgemeines Selbstvertrauen.
  • Höhere Wertschätzung der Lernenden untereinander
  • die Gruppe lernt fachlich etwa gleich viel wie beim normalen Unterricht.  Dozenten behandeln ein Thema z.B. in einer Stunde. Für sie ist das Thema erledigt. Untersuchungen zeigen aber, dass Lernende die doppelte Zeit benötigen, um den Stoff zu beherrschen. Insofern ist die Mehrzeit gut investiert. 

Einige Anmerkungen noch zum Gruppenpuzzle

  • Stoffauswahl: Nehmen Sie ein Thema, das sich von ver­schie­denen Seiten beleuchten lässt - es sollten keine hierarchisch aufgebauten  Einführungsthemen sein.
  • Selbstkontrolle/Wiederholungsfragen: Diese sind vom Dozenten vorzugeben und genau auf das Lernziel abzustimmen
  • Ernstfall: Allen Teilnehmern ist klar, dass der Dozent nachher nicht nachbessert.
  • Motivation: Diese kommt aus daraus, dass jedes Gruppenmitglied das Gelernte  weitergeben muss und sich auch einmal in der Dozentenrolle wiederfindet.

Mir persönlich macht diese Lehrmethode sehr viel Spaß und auch wenn die Vorbereitungszeit sehr lang ist, so amortisiert es sich, wenn Sie die Unterlagen mehrmals benutzen.

1 Kommentar 7.3.06 09:39, kommentieren

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